Die Mitarbeiterauswahl

Gleichzeitig mit der Entscheidung für die Selbständigkeit sollte man durchaus einen Blick in die Zukunft wagen und vorausschauend planen: Wer nicht als Einzelkämpfer sein Geld verdienen will, ist im Rahmen einer Expansion auf weitere Mitarbeiter angewiesen. Ohne die “richtigen” Arbeitnehmer steht ein Unternehmen auf kranken Füßen. Daher fängt das Arbeitgeberdasein nicht erst mit dem Abschluss eines Arbeitsvertrages an, sondern bereits bei der Suche und Auswahl der zukünftigen Mitarbeiter.

Stellenanalyse
Bevor allerdings die Suche nach passenden Arbeitnehmern beginnen kann, sollte sich der Unternehmer darüber Gedanken machen, welche Art von Mitarbeitern gesucht werden, welche Kriterien sie erfüllen sollen und wo sie eingesetzt werden sollen. Kurz gesagt ist eine gründliche Stellenanalyse notwendig, mit der die Kriterien bestimmt werden, für welchen genau umrissenen Tätigkeitsbereich ein Mitarbeiter benötigt wird.

Anforderungsprofil
Ist geklärt, um was für eine Stelle es geht, wird das Anforderungsprofil für diesen Arbeitsplatz erstellt. Also legt das Unternehmen fest, welche Kriterien derjenige erfüllen muss, der an diesem Arbeitsplatz tätig sein soll, bzw. welche Anforderungen für diese Stelle unverzichtbar sind. Dabei können die Kriterien sowohl sachlich auf die jeweilige Tätigkeit bezogen sein, als auch von persönlicher Natur. So erfordert eine Stelle in der Küche z.B. keinen Computerfachmann, sondern eher einen Koch – oder die Schichtarbeit bedingt eine dementsprechende Flexibilität des möglichen Bewerbers. Alter, Ausbildung, Erfahrung können genauso zum Anforderungsprofil gehören wie Sprachkenntnisse, Zusatzausbildungen oder auch Gehaltsvorstellungen.

Stellenanzeige
Erst wenn diese Punkte geklärt sind, wird eine Stellenanzeige verfasst. Allerdings hat das Unternehmen dabei eine gewisse Vorsicht walten zu lassen, denn dieses hat zu überwachen, dass die Anzeige ordnungsgemäß ist. Dafür trägt der Arbeitgeber die Sorgfaltspficht:

  • In einer Stellenanzeige darf nicht Aufgrund dieses Verbotes dürfe nicht nach männlichen oder weiblichen Kandidaten gesucht werden, da ansonsten gegen gegen das Benachteiligungsverbot des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (§ 7 AGG) verstoßen wird und eine Entschädigungzahlung zur Folge haben kann.
  • Darüber hinaus kann eine Stellenanzeige auch schnell altersdiskriminierend sein. Wird nach einem “Berufsanfänger” gesucht, von einem “jungen Team” gesprochen oder werden explizit begrenzende Altersangaben gemacht, kann ein deswegen nicht berücksichtigter Bewerber einen Anspruch auf Entschädigung nach § 15 Abs. 2 AGG haben.

Die aufgrund dieser Anzeige zugeschickten Bewerbungsunterlagen sollte der Arbeitgeber sichten und dementsprechend die Vorstellungsgespräche und Auswahltests vorbereiten. Gerade wer ein Unternehmen gründet, achtet auf die Kosten verzichtet eventuell auf Tests, es sollte aber zumindest nicht von der Strukturierung der Gespräche bzw. Interviews bei der Personalauswahl abhalten. Gute Hilfestellung kann in diesem Bereich auch eine spezielle Recruiting Software aus dem Internet geben. Nur so kann ein Unternehmen zu einem ihn tragenden Pfeiler – dem Mitarbeiterstab – gelangen.

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