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Gering­fü­gi­ge Beschäf­ti­gung – und der Pfle­ge­ver­si­che­rungs­bei­trag für Selbständige

Für einen Selb­stän­di­gen, der frei­wil­lig in der gesetz­li­chen Pfle­ge­ver­si­che­rung ver­si­chert ist, besteht eine Bei­trags­pflicht zur Pfle­ge­ver­si­che­rung, wenn neben der Haupt­be­schäf­ti­gung noch einer gering­fü­gi­gen Tätig­keit nach­ge­gan­gen wird.

So hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz in dem hier vor­lie­gen­den Fall ent­schie­den und ins­be­son­de­re bei Selb­stän­di­gen mit Neben-Mini­job für deren gering­fü­gi­ge Beschäf­ti­gung die Zah­lung von Pfle­ge­ver­si­che­rungs­bei­trä­gen dann vor­ge­schrie­ben, wenn die ansons­ten selb­stän­dig täti­ge Per­son in der gesetz­li­che Pfle­ge­ver­si­che­rung frei­wil­lig ver­si­chert ist.

Wie das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz in sei­ner Ent­schei­dung aus­drück­lich betont, rich­tet sich bei frei­wil­lig in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung Ver­si­cher­ten der Bei­trag in der Pfle­ge­ver­si­che­rung nach den Vor­schrif­ten, die für die Bei­trags­er­he­bung in der frei­wil­li­gen Kran­ken­ver­si­che­rung gelten. 

Arbeits­ent­gelt aus einer gering­fü­gi­gen Beschäf­ti­gung ist eine Ein­nah­me zum Lebens­un­ter­halt, die nach der anzu­wen­den­den gesetz­li­chen Vor­schrift (§ 240 des Fünf­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch – SGB V – in ana­lo­ger Anwen­dung in Ver­bin­dung mit den „Bei­trags­grund­sät­zen Selbst­zah­ler” des Spit­zen­ver­ban­des Bund der Kran­ken­kas­sen) grund­sätz­lich bei­trags­pflich­tig ist. 

Für Ein­nah­men aus einer gering­fü­gi­gen Beschäf­ti­gung sind zwar durch den Beschäf­tig­ten kei­ne Kran­ken­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge zu zah­len, weil für die­ses Arbeits­ent­gelt der Arbeit­ge­ber bereits den Pau­schal­be­trag gezahlt hat und eine dop­pel­te Bei­trags­pflicht nicht zuläs­sig ist. In der Pfle­ge­ver­si­che­rung zahlt der Arbeit­ge­ber aller­dings kei­nen Pau­schal­be­trag, des­halb bleibt hier, so das Lan­des­so­zi­al­ge­richt, die Bei­trags­pflicht des mini­job­ben­den Arbeit­neh­mers bestehen.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 13. Janu­ar 2014 – L 2 P 29/​12