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Unter­neh­mer­ge­sell­schaft (haf­tungs­be­schränkt)

Die Unter­neh­mer­ge­sell­schaft (haf­tungs­be­schränkt) – oder kurz: UG (haf­tungs­be­schränkt) – ist prak­tisch eine Mini-GmbH: Wäh­rend bei einer GmbH ein Stamm­ka­pi­tal von min­des­tens 25.000,- € erfor­der­lich ist, reicht für die 2008 im Rah­men der Reform des GmbH-Rechts ein­ge­führ­te Unter­neh­mer­ge­sell­schaft recht­lich gese­hen bereits 1,- €. Dafür bestehen im Gegen­zug für die Unter­neh­mer­ge­sell­schaft eini­ge Son­der­vor­schrif­ten hin­sicht­lich der Fir­mie­rung und der Rück­la­gen­bil­dung. Die Unter­neh­mer­ge­sell­schaft (haf­tungs­be­schränkt) ist damit kei­ne eige­ne Rechts­form, son­dern eine Son­der­form der GmbH.

Dem­entspre­chend gel­ten für die Unter­neh­mer­ge­sell­schaft – abge­se­hen zu den erwähn­ten Son­der­vor­schrif­ten etwa zur Fir­mie­rung und zur Rück­la­gen­bil­dung – auch die glei­chen Vor­schrif­ten wie für eine „nor­ma­le” GmbH. Auch die Unter­neh­mer­ge­sell­schaft ist eine eigen­stän­di­ge juris­ti­sche Per­son, sie ist wie auch eine GmbH im Regel­fall voll kör­per­schaft­steu­er- und gewer­be­steu­er­pflich­tig und sie muss wie jede GmbH ihre Jah­res­ab­schlüs­se nach Maß­ga­be der §§ 325, 326 HGB ver­öf­fent­li­chen.

Abwei­chun­gen zur „nor­ma­len” GmbH bestehen ins­be­son­de­re in zwei Berei­chen:

  1. Die Unter­neh­mer­ge­sell­schaft führt in ihrer Fir­mie­rung nicht den Rechts­form­zu­satz „GmbH”, son­dern „Unter­neh­mer­ge­sell­schaft (haf­tungs­be­schränkt)” oder die Kurz­form „UG (haf­tungs­be­schränkt)”. Der Bestand­teil „haf­tungs­be­schränkt” darf dabei weder weg­ge­las­sen noch abge­kürzt wer­den.
  2. Die Unter­neh­mer­ge­sell­schaft muß min­des­tens 25% ihres Jah­res­über­schus­ses in eine Rück­la­ge ein­stel­len.
  3. Ist die­se Rück­la­ge zusam­men mit den ursprüng­li­chen Stamm­ka­pi­tal auf 25.000 € ange­wach­sen, kann die UG einen Kapi­tal­erhö­hungs­be­schluss fas­sen und den Rechts­form­zu­satz in ihrer Fir­mie­rung in „GmbH ” ändern. Eine Pflicht zur Fas­sung die­ses Kapi­tal­erhö­hungs­be­schlus­ses und zur Umfir­mie­rung besteht jedoch nicht.

Im Übri­gen gel­ten für die Unter­neh­mer­ge­sell­schaft die glei­chen Vor­schrif­ten wie für die GmbH. Dies gilt auch für die Grün­dung, wobei sich ins­be­son­de­re für die Unter­neh­mer­ge­sell­schaft natür­lich die kos­ten­güns­ti­ge­re Grün­dung per Mus­ter­pro­to­koll anbie­tet.