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Gesell­schaft mit beschränk­ter Haf­tung (GmbH)

Die Gesell­schaft mit beschränk­ter Haf­tung (GmbH) ist eine Kapi­tal­ge­sell­schaft mit eige­ner Rechts­per­sön­lich­keit, eine soge­nann­te „juris­ti­sche Per­son”. Als juris­ti­sche Per­son ist die GmbH selbst Trä­ger von Rech­ten und Pflich­ten. Ihr kann also Ver­mö­gen gehö­ren und sie kann auch Ver­bind­lich­kei­ten ein­ge­hen. Für die­se Ver­bind­lich­kei­ten haf­tet im Grund­satz nur das Gesell­schafts­ver­mö­gen der GmbH. Eine Haf­tung der Geschäfts­füh­rer einer GmbH besteht dage­gen nicht, es sei denn, auf­grund der Ver­let­zung von spe­zi­el­len Geschäfts­füh­rer­pflich­ten. Auch die Gesell­schaf­ter der GmbH haf­ten grund­sätz­lich nicht: sofern das Stamm­ka­pi­tal der GmbH von ihnen voll­stän­dig auf­ge­bracht wur­de, besteht eine gesetz­li­che Haf­tung gegen­über der Gesell­schaft nur, wenn die Gesell­schaft ihre Geschäfts­tä­tig­keit bereits vor ihrer Ein­tra­gung in das Han­dels­re­gis­ter (und damit vor ihrer recht­li­chen Ent­ste­hung) auf­ge­nom­men hat.

Die recht­li­chen Bestim­mun­gen zur GmbH fin­den sich im Gesetz betref­fend die Gesell­schaf­ten mit beschränk­ter Haf­tung (GmbHG). Die GmbH ist eine Han­dels­ge­sell­schaft im Sin­ne des Han­dels­ge­setz­buchs.

Eine „Son­der­form” der GmbH ist die durch das Gesetz zur Moder­ni­sie­rung des GmbH-Rechts und zur Bekämp­fung von Miss­bräu­chen (MoMiG) mit Wir­kung zum 1. Novem­ber 2008 ein­ge­führ­te [pot id=70]Unter­neh­mer­ge­sell­schaft (haf­tungs­be­schränkt)[/​post] – oder kurz: UG (haf­tungs­be­schränkt). Bei die­ser Unter­neh­mer­ge­sell­schaft han­delt es sich um eine GmbH mit redu­zier­tem Stamm­ka­pi­tal, für die eini­ge Son­der­re­ge­lun­gen gel­ten.

Die GmbH-Grün­dung[↑]

Eine GmbH kann von belie­big vie­len Gesell­schaf­tern gegrün­det wer­den, min­des­tens ist jedoch ein Gesell­schaf­ter (Ein­mann-GmbH) erfor­der­lich. Gesell­schaf­ter einer GmbH kön­nen alle natür­li­chen Per­so­nen sein – also Sie und ich – aber auch juris­ti­sche Per­so­nen – also etwa ande­re GmbH oder AGs – aber auch ande­re rechts­fä­hi­ge Per­so­nen­ges­llchaf­ten wie etwa eine oHG, eine KG, eine GbR, oder aber auch eine Erben­ge­mein­schaft.

Die Grün­dung erfolgt durch den nota­ri­ell beur­kun­de­ten Abschluss eines Gesell­schaf­ter­ver­tra­ges, der Sat­zung der GmbH. Die­se Sat­zung muss min­des­tens Bestim­mun­gen ent­hal­ten zu

  • der Fir­ma (dem „Namen” der GmbH),
  • dem Sitz und
  • dem Gesell­schafts­ge­gen­stand der GmbH, zur
  • Höhe des Stamm­ka­pi­tal und
  • der Über­nah­me der Stamm­ein­la­gen durch die Gesell­schaf­ter.

Wenn sich an der Grün­dung maxi­mal drei Gesell­schaf­ter betei­li­gen, kann die Grün­dung seit 2008 auch unter Ver­wen­dung eines Mus­ter­pro­to­kolls erfol­gen, § 2 Abs. 1a GmbHG, wodurch sich die Kos­ten bei Notar und Han­dels­re­gis­ter redu­zie­ren. In die­sem Fall kön­nen in der Sat­zung aller­dings kei­ne vom Mus­ter­pro­to­koll abwei­chen­den Bestim­mun­gen getrof­fen wer­den.

Das Stamm­ka­pi­tal einer GmbH beträgt min­des­tens 25.000 €, bei einer GmbH in Form der Unter­neh­mer­ge­sell­schaft (haf­tungs­be­schränkt) 1,- Euro. Die Geschäfts­an­tei­le, also die von den ein­zel­nen Gesell­schaf­tern über­nom­me­nen Antei­le am Stamm­ka­pi­tal der GmbH, müs­sen auf vol­le Euro lau­ten, wobei die ein­zel­nen Geschäfts­an­tei­le ver­schie­den hoch sein kön­nen. Ein Gesell­schaf­ter kann bei der Grün­dung auch meh­re­re Geschäfts­an­tei­le über­neh­men.

Die GmbH muss in das Han­dels­re­gis­ter des ört­li­chen Amts­ge­richts ein­ge­tra­gen wer­den. Die­se Ein­tra­gung ist kon­sti­tu­tiv, die GmbH ent­steht also erst mit der erfolg­ten Ein­tra­gung. Die Anmel­dung der GmbH zum Han­dels­re­gis­ter erfolgt eben­falls über einen Notar, sie darf erst vor­ge­nom­men wer­den, wenn min­des­tens ein Vier­tel jedes Geschäfts­an­teils und min­des­tens ein Betrag in Höhe der Hälf­te des Min­dest­stamm­ka­pi­tals (also min­des­tens 12.500,- €) ein­ge­zahlt sind. Soweit kei­ne Geld­ein­la­gen, son­dern Sach­ein­la­gen ver­ein­bart wur­den, müs­sen die­se vor Anmel­dung eben­falls in die Gesell­schaft ein­ge­legt wer­den und zur frei­en Ver­fü­gung der Geschäfts­füh­rer ste­hen, § 7 Abs. 3 GmbHG.

Zusam­men mit der Anmel­dung ist neben dem Grün­dungs­pro­to­koll auch eine Lis­te der Gesell­schaf­ter beim Han­dels­re­gis­ter ein­zu­rei­chen.

Bei der Grün­dung einer GmbH ent­ste­hen Ihnen Kos­ten für den Notar und für das Han­dels­re­gis­ter (ein­schließ­lich der Kos­ten für die Bekannt­ma­chung im elek­tro­ni­schen Bun­des­an­zei­ger). Hier­für soll­ten Sie bei einer Grün­dung mit dem Min­dest­stamm­ka­pi­tal einen Betrag von 500,- bis 600,- € ver­an­schla­gen, bei einer Grün­dung per Mus­ter­pro­to­koll etwa 350,- €. Die­se Kos­ten kön­nen in der Grün­dungs­sat­zung der GmbH auf­er­legt wer­den. Außer­dem soll­ten Sie noch die Kos­ten ein­pla­nen, die im Vor­feld der Grün­dung ggfs. für eine recht­li­che oder steu­er­li­che Bera­tung anfal­len.

Die Vor­ge­sell­schaft[↑]

Die Ein­tra­gung in das Han­dels­re­gis­ter kann u.U. eini­ge Wochen dau­ern. Von der Beur­kung der GmbH-Grün­dung beim Notar bis zur Ein­tra­gung der GmbH in das Han­dels­re­gis­ter ist die „GmbH in Grün­dung” schon teil­rechts­fä­hig, sie kann also schon Rech­te und Pflich­ten erwer­ben. Aller­dings haf­ten die Gesell­schaf­ter und die Geschäfts­füh­rer für Ver­bind­lich­kei­ten, die aus die­ser Zeit vor Ein­tra­gung in das Han­dels­re­gis­ter her­rüh­ren, unter Umstän­den noch per­sön­lich.

Die Fir­ma der GmbH[↑]

Die Fir­ma der GmbH ist qua­si der Name der GmbH. Die Fir­ma wird von den Grün­dern in der Sat­zung der GmbH fest­ge­legt und muss die Bezeich­nung „Gesell­schaft mit beschränk­ter Haf­tung“ oder eine all­ge­mein ver­ständ­li­che Abkür­zung (etwa „GmbH”) ent­hal­ten. Dar­über hin­aus stel­len die §§ 18, 30 HGB noch wei­te­re Anfor­de­run­gen an die Fir­ma. So muss der Fir­men­na­me zur Kenn­zeich­nung geeig­net und nicht irre­füh­rend sein und es darf nicht die Gefahr einer Ver­wechs­lung mit einer bereits im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­ge­nen Fir­men bestehen.